Unterricht
Unterricht und Erziehung
An der Sankt Nikolaus Schule können die Kinder Kompetenzen erwerben, die ihnen helfen, um im Leben mit sich selbst und anderen Menschen gut zurecht zu kommen. Unsere Schule ist für die Kinder ein Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum, in dem sie miteinander und voneinander lernen.
Die Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder ist neben der Vermittlung von Wissen eine zentrale Aufgabe der Grundschule. Erziehung ist nicht nur Elternsache, sie ist auch nicht nur „Beiwerk“ vieler Unterrichtsstunden, sondern vielmehr deren Bestandteil.
In der Schule…
• entwickeln die Kinder ihre Persönlichkeit (Selbstkompetenz).
• erwerben die Kinder Kenntnisse und Fertigkeiten in verschiedenen Lernbereichen (Sachkompetenz).
• erfahren die Kinder das Leben und Lernen in Gemeinschaft (Sozialkompetenz).
Folgende Elemente gewährleisten das Erreichen der genannten Ziele:
• In unserem Selbstverständnis als Lehrkräften sehen wir uns sowohl als Wissensvermittler*innen, als auch als Berater*innen und Helfer*innen.
• Regeln und Rituale prägen unseren Schulalltag in den Klassen und in der Schulgemeinschaft. Eine strukturierte Ordnung in einer vorbereiteten Lernumgebung hilft den Kindern, sich selbstständig zurecht zu finden.
• Der Einsatz offener und handlungsorientierter Unterrichtsformen und -methoden, gemeinsames Planen und Handeln, gegenseitiges Helfen und Unterstützen, Lob, Anerkennung und Kritik ermöglichen Erziehung im Unterricht und durch Unterricht.
• Unsere Lernangebote fördern und unterstützen das selbstständige und eigenaktive Lernen der Kinder. Die Lernangebote werden, wenn nötig, entsprechend dem Leistungsvermögen der Kinder differenziert, so dass jedes Kind seinem Leistungsvermögen gemäß gefordert und gefördert wird.
• In unserem Schulleben, d.h. bei Unterrichtsangeboten, bei Projekten, Ausflügen, Feiern und Festen begegnen sich Lehrkräfte und anderes schulisches Personal, Kinder und Eltern als große Schulgemeinschaft.
Anfangsunterricht
In Kooperation mit den naheliegenden Kitas liegen zu Beginn der Grundschulzeit unsere Bemühungen besonders darin, den Übergang von der Kita zur Grundschule für die Kinder erfolgreich zu gestalten. Die Kinder sollen sich in ihrer neuen Lernumgebung wohl fühlen und sich und ihre Klasse als Gemeinschaft empfinden. Wer sich in der Schule mit dem eigenen Erleben und Können gewürdigt fühlt, entwickelt eine positive Haltung, die erfolgreiches Lernen ermöglicht.
An der Sankt Nikolaus Schule wird jahrgangsbezogen unterrichtet. Aktuell unterrichten wir an unserer Schule in vier ersten Schuljahren. Jede Klasse hat ein als Identifikationsfigur dienendes „Klassentier“, das meist Grundlage für diverse Aktivitäten ist.
In den ersten Schulwochen geht es um:
• Gegenseitiges Kennenlernen und seinen Platz in der Gemeinschaft finden
• Orientierung im Schulgebäude
• Erfahren zeitlicher Abläufe
• Entwickeln von Freundschaften, einem auf Wertschätzung jedes Einzelnen basierenden Klassenteams sowie Akzeptanz gegenüber den anderen Kindern
• Kennenlernen schulischer Regeln und Rituale
• Aufbau einer tragfähigen Vertrauensbasis zu den in der Schule arbeitenden Erwachsenen
Jedes Kind eines ersten Schuljahres hat dabei ein Kind aus der dritten Klasse als Patenkind, das bei der Eingewöhnung in das neue System Schule hilft. Es finden kontinuierliche Treffen statt, sodass das große Patenkind zu einer festen Bezugsperson für das kleine Patenkind werden kann.
Jedes Kind wird in seiner bislang erreichten Lernentwicklung mit seinen Stärken und Schwächen angenommen und lernt auf dieser Grundlage im Anfangsunterricht das Lesen, Rechnen und Schreiben auf unterschiedlichen Niveaus. Die Kinder lernen für sie neue Arbeitstechniken und Materialien kennen und zunehmend, sich selbstständig zu organisieren.
Wir arbeiten mit Unterrichtsmaterial, das zum eigenständigen, selbstverantwortlichen und individuellen Lernen anregt:
In Mathematik arbeiten wir mit dem Lehrwerk „Denken und Rechnen“, da in dessen Konzeption großer Wert darauf gelegt wird, selbstgesteuertes und entdeckendes Lernen sowie auch gemeinschaftliche Lernprozesse zu ermöglichen.
Im Deutschunterricht ist es wichtig, die individuellen sprachlichen Fähigkeiten der Kinder aufzugreifen und von diesen ausgehend vielfältige authentische Anreize zu schaffen, die bei den Kindern Interesse am ersten Lesen, Schreiben und Erzählen entwickeln. Grundlage ist hierbei unser schulinternes Deutschkonzept. Wir orientieren uns an den Anregungen der Deutschdidaktikerin Beate Leßmann, die das freie, individuelle Verfassen bedeutsamer Wörter und Texte als Grundlage der Schreib- und Rechtschreibkompetenzentwicklung jedes einzelnen Kindes betrachtet.
Von Beginn an soll die Freude der Kinder am Lesen gefördert werden. Die Kinder lesen dreimal in der Woche mindestens 20 Minuten im Rahmen der Lesezeit, in der im Anfangsunterricht selbstverständlich ein hohes Augenmerk auf dem Vorlesen liegt. Die Kinder können bereits nach einigen Schulwochen unsere sehr gut ausgestattete Schulbücherei nutzen.
Im Sachunterricht orientieren wir uns an unserem schulinternen Arbeitsplan, der im Anfangsunterricht vielfältige Themen wie zum Beispiel „Wir in der Schule“, „Mein Körper/ Meine Sinne/ Meine Zähne“, „Ernährung“, „Werbung“ oder „Obst und Gemüse“ beinhaltet. Ebenso geben wir den Kindern die Möglichkeit, im Rahmen ihrer individuellen Fähigkeiten in offenen Unterrichtssituationen an einem Projekt oder in einer Werkstatt an sachunterrichtlichen Themen zu arbeiten. In jedem Schuljahr, so auch im Rahmen des Anfangsunterrichts, wird eine Unterrichtsreihe zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ (hier: gute und schlechte Gefühle) durchgeführt. Wir besuchen regelmäßig außerschulische Lernorte wie beispielsweise die Zooschule.
Innerhalb der Jahrgangsstufe arbeiten wir eng zusammen. Es finden regelmäßige Stufenkonferenzen statt. Diese Besprechungen werden genutzt, um gemeinsam Unterricht zu planen und den Schulalltag gemeinsam zu organisieren und reflektieren.
6.3 Deutsch
6.3.1 Lesen
6.3.1.1 Lesen lernen mit der Anlauttabelle
Die Entwicklung des Schreibens im Allgemeinen sowie des Schreibens von Texten im Besonderen, des Lesens und des Rechtschreibens verlaufen bei jedem Kind unterschiedlich. Aus diesem Grund ist unser Ziel, jedes Kind individuell zu fordern und zu fördern. So ist es uns wichtig, dass unsere Kinder von Anfang an versuchen, alles zu schreiben und zu lesen, was für sie wichtig ist. Dies ist bereits im Anfangsunterricht durch die Arbeit mit der Anlauttabelle möglich.
Es bedeutet, dass die Kinder zunächst lernen, wie die Sprache verschriftet wird. Dabei hilft ihnen die sogenannte Anlauttabelle, mit deren Hilfe die Kinder anhand von Anlautbildern ein Wort lautgetreu schreiben lernen. Dieser Prozess der Zuordnung von Laut und Buchstabe ist die Basis eines jeden Lese- und Schreibprozesses. Lautier-übungen unterstützen die Kinder bei der Schreibung von Wörtern. Die Kinder lernen, dass sich die gesprochene Sprache aus Lauten zusammensetzt und versuchen, die Laute bewusst zu hören, voneinander zu unterscheiden und dann zu verschriften.
Wird dieses Verfahren beherrscht, führt häufiges Schreiben zum Lesen. Ein solches Lesen ist nichts anderes als eine Rekonstruktion des Geschriebenen. Ob ein Kind lesen kann, zeigt sich jedoch erst, wenn es Fragen nach Inhalten des Textes beantworten kann. Selbstverständlich ist, dass Leselust gefördert und Lesereize geschaffen werden.
Lesen bedeutet heute nicht nur die Fähigkeit, Printmedien wie Bücher oder Zeitungen zu lesen, sondern ist auch Voraussetzung für die aktive Teilnahme an der gesamten medialen Welt. Daher setzt sich die Schule zum Ziel, aus Leseanfängern und-anfängerinnen – mit oder ohne Leselust – kompetente und begeisterte Leser*innen zu machen.
6.3.1.2 Lesekompetenzen
Laut Lehrplan Deutsch NRW greifen beim Leselernprozess unterschiedliche Teilfähigkeiten ineinander. Zunächst übersetzen die Kinder Buchstaben in Lautfolgen, erkennen mit Hilfe ihrer Leseerwartung Wörter und Sätze und konstruieren deren Sinn. Beim Fortschreiten der Lesefähigkeit werden Buchstabenverbindungen geläufig und auch simultan erkannt. Die ursprüngliche Sinnerwartung wird im Prozess der Texterschließung bestätigt, modifiziert, überprüft und in Beziehung zum Vorwissen gesetzt.
Dem Lehrplan der Grundschule in NRW entsprechend fördern wir die Kinder in folgenden Lesekompetenzen, die jeweils nach Stufe 2 und/oder Stufe 4 angestrebt werden:
• Über Lesefähigkeiten verfügen (z.B. Kinder verstehen schriftliche Arbeitsanweisungen und handeln selbstständig danach.)
• Über Leseerfahrungen verfügen (z.B. Kinder lesen in altersgemäßen Kinderbüchern und sprechen über ihre Leseeindrücke.)
• Texte erschließen/ Lesestrategien nutzen (z.B. Kinder äußern Gedanken und Gefühle zu Texten.)
• Texte präsentieren (z.B. Kinder stellen Kinderbücher vor und begründen deren Auswahl.)
• Mit Medien umgehen (z.B. Kinder suchen unter Anleitung Informationen in Druck- und/ oder elektronischen Medien.)
6.3.1.3 Lesekultur an der Sankt Nikolaus Schule
Die Kinder werden bereits im Anfangsunterricht an das Lesen herangeführt.
Durch die Unterstützung eines Sponsors wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Erstlesematerialien (Karteien, Bücher, Lesekrokodile, etc.) für die Freie Arbeit angeschafft. Zudem wurde jede Klasse mit einer Klassenbibliothek ausgestattet. Die auf den Fluren vorhandenen Sitzkissenwagen dienen auch außerhalb des Klassenraumes dazu, spontane Leseecken einzurichten. Das Lesen findet natürlich nicht nur im Deutschunterricht statt, sondern wird in allen Unterrichtsfächern benötigt und gefördert.
Im weiteren Verlauf werden im Deutschunterricht auch Ganzschriften behandelt. Das heißt, die Kinder lesen gemeinsam ein Buch und beschäftigen sich mit dessen Inhalt auf vielfältige Art und Weise.
6.3.1.4 Lesepartner
Das Vorlesen ist Teil unserer Leseerziehung. Es motiviert zum Weiterlesen, da es positive Erlebnisse mit dem Buch in Verbindung bringt, fördert die Konzentration und regt die Fantasie an. Gerne werden dafür Frühstückspausen genutzt.
Auch laden wir regelmäßig Autor*innen ein, die in unseren Klassenräumen, unserer Aula oder in der Turnhalle eine Lesung veranstalten. Regelmäßig bewerben wir uns um eine Lesung der Aktion Heimspiel, bei der ortsansässige Autor*innen in die Schulen kommen und aus ihren Büchern vorlesen.
Des Weiteren unterstützen viele ehrenamtliche Lesementor*innen sowohl im Vormittags- als auch im Nachmittagsbereich den Leselernprozess der Kinder.
Unsere Lesebegeisterung tragen wir gerne auch in andere Institutionen. So sind die Zweitklässler*innen bemüht, ihr Können in den Kindertagesstätten in Zollstock unter Beweis zu stellen, indem sie dort den jüngeren Kindern Geschichten vorlesen.
Lesemotivation schaffen auch einige Internet-Leseprogramme wie zum Beispiel Antolin. Hinter diesem Konzept verbirgt sich die Idee, die Medien Buch und Internet zu verbinden. Die Kinder können – in der Schule oder zu Hause – mit einem eigenen Passwort ein Quiz zu einem Buch, das sie gelesen haben, bearbeiten und Punkte sammeln. Die meisten Bücher unserer Schulbücherei sind bei Antolin berücksichtigt.
6.3.1.5 Lesetraining
An unserer Schule ist die verbindliche Lesezeit von 3×20 Minuten pro Woche im Laufe des Schulvormittags fest verankert. Die in allen Klassen installierten Trainingsmethoden bezüglich der Leseflüssigkeit (Dialogisches Lesen, Blitzlesen, Tandemlesen, Reziprokes Lesen, chorisches Lesen, Lesen im Tischbuch, Lesequiz) sowie die in den jeweiligen Schuljahren eingeführten Lesestrategien werden in allen Schulfächern angewendet und genutzt. Dies hat einen konsequenten Trainingseffekt bei den Kindern und erleichtert gleichzeitig den Fachlehrkräften die Vermittlung von Textinhalten (z. B. von Sachtexten im Sachunterricht oder von Sachaufgaben im Mathematikunterricht).
6.3.2 Schreiben
Die Kinder sollen im Unterricht die grundlegende Erfahrung machen, dass das Schreiben nicht einem Fremdzweck dient, sondern sinnvoll, bedeutsam und bereichernd ist. Dies bedeutet, dass die Kinder früh authentische Schreibsituationen erleben und in einer absichtsvoll gestalteten Schreibkultur in der Klasse eigene Schreiberfahrungen machen.
Grundlage für erfolgreiches Schreibenlernen ist die phonologische Bewusstheit, d. h. die Einsicht in die Laut-Buchstaben-Entsprechung unserer „lautorientierten“ Alphabetschrift. Im ersten Schuljahr können sich die Kinder daher mit Hilfe der Anlauttabelle das alphabetische Prinzip der Schrift sowohl angeleitet als auch selbstständig erarbeiten. So können die Kinder lernen, es zu verstehen und anzuwenden. Durch das Arbeiten am „Buchstaben der Woche“ lernen die Kinder nach und nach die Form- und Lautvarianten der Buchstaben gemeinsam kennen. Da sich die einzelnen Kinder in ihrer Schriftsprachentwicklung sehr stark unterscheiden, sind die Schreibangebote individuell differenziert, um allen die Möglichkeit eines sinnvollen Arbeitens und Lernens zu bieten.
So regen z.B. Bilder oder Bilderbücher die Kinder an, Wörter, Sätze oder eigene Texte zu schreiben. Regelmäßig gibt es Schreibaufgaben, in denen ein formklares und gut lesbares Schriftbild von Bedeutung ist.
Leitidee unseres Deutschunterrichts ist es, die oben genannte Schreibkultur zu entwickeln. Dafür werden verlässliche Schreibzeiten eingerichtet. Durch das Schreiben eröffnen sich den Kindern vielfältige sprachliche Handlungsmöglichkeiten. Sie können Informationen, Erfahrungen, Gedanken festhalten und Sachverhalte klären. Es werden bedeutsame und anregende Situationen, in denen die Kinder ihre Schreibkompetenzen weiterentwickeln, aufgegriffen und geschaffen.
Um unsere Kinder zum Schreiben zu motivieren und sie im Erwerb und Ausbau ihrer Textkompetenz zu fördern, findet die Schreibzeit in allen Klassen einmal wöchentlich statt. Gestützt auf das Schreibkonzept nach Beate Leßmann verfassen, überarbeiten und präsentieren die Kinder in dieser Zeit eigene Texte. Alle Kinder besitzen ein Schreibzeitbuch, in das sie Texte, basierend auf unterschiedlichsten Textsorten, schreiben. Einige Texte werden zu Beginn jeder Schreibzeit in der sogenannten Autorenrunde der Klasse vorgelesen und auf deren Wirkung hin untersucht. Zudem besprechen die Kinder ihre Texte im Rahmen einer Schreibkonferenz in kleineren Gruppen mit dem Ziel, diese daraufhin zu überarbeiten und abschließend für die Veröffentlichung vorzubereiten. Die Veröffentlichung erfolgt durch eine Autorenlesung in der Klassengemeinschaft, durch eine Ausstellung z.B. in einem eigenen Klassenbuch oder durch eine entsprechende Präsentation im Klassenraum.
Ablauf einer Schreibkonferenz:
• Der Text wird vom Autorenkind einer kleinen Gruppe von Kindern vorgelesen.
• Die anderen Kinder der Kleingruppe äußern sich spontan.
• Falls es Unklarheiten zum Inhalt des Textes gibt, fragen die Kinder nach. Das Autorenkind markiert im Text, wo etwas verändert werden kann.
• Die Kinder gehen den Text durch und besprechen inhaltliche und sprachliche Aspekte. Das Autorenkind notiert mögliche Verbesserungsvorschläge.
• Das Autorenkind hat nun die Möglichkeit, den Text unter Einbeziehen der herausgearbeiteten Gesichtspunkte inhaltlich zu überarbeiten.
• Der Text wird unter dem Aspekt der Rechtschreibkontrolle überarbeitet.
• Der Text wird präsentiert.
Durch das Verwirklichen gezielter Schreibprojekte haben die Kinder die Möglichkeit, für das Schreiben notwendige Erfahrungen zu sammeln. Solche Projekte werden gemeinsam von Kindern und Lehrkräften geplant und durchgeführt. Dabei kann einerseits der entwickelte und präsentierte Text Ziel des Projektes sein (wie z. B. bei der Erstellung einer Klassenzeitung) oder das Schreiben hat dienende Funktion für das Projekt. Zu den Schreibprojekten gehören u.a. die Entwicklung von Bilderbüchern oder fortlaufenden Lesetagebüchern sowie Literaturprojekte.
6.3.2.1 Freies und angeleitetes Schreiben
In einer anregenden Schreibumgebung werden die Kinder zum Schreiben animiert. Schreiben ist an Kontexte gebunden, mittels derer einerseits Wissen erworben werden kann (mediale Umwelt) und andererseits die literarische Kompetenz der Kinder gefördert werden soll (Erzählen, Vorlesen oder Lesen). In einer derart gestalteten Lernumgebung soll den Kindern genügend Zeit und Raum für das freie Schreiben zur Verfügung gestellt werden. Beim freien Schreiben werden eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken der Kinder ohne weitere Vorgaben verschriftlicht. Beim angeleiteten Schreiben können unter Erarbeitung bestimmter inhaltlicher oder formaler Kriterien unterschiedliche Texte entstehen: Lerntexte wie Sachtexte, Anleitungen, Berichte oder Forscherprotokolle, aber auch Gedichte, Märchen oder Bildergeschichten.
Auf alle Fälle muss der Schreibunterricht Kinder darin unterstützen, Erfahrungen zu sammeln, Erfahrungen zu verdichten und Erfahrungen zu versprachlichen. Hierzu gehört auch, Kinder gezielt zum Schreiben anzuleiten. Somit sind sowohl das freie Schreiben als auch das angeleitete Schreiben im Unterricht zu berücksichtigen.
6.3.2.2 Rechtschreiben
Der erste Schritt ist das Schreiben nach Gehör mit Hilfe der Anlauttabelle. Bei diesen ersten Schreibversuchen handelt es sich zum Teil wenig um eine rechtschriftlich korrekte Schreibung. Doch beinhaltet die Zuordnung grundlegende Prinzipien unserer Rechtschreibung. Sobald die Kinder im Verlauf des ersten Schuljahres diesen Schritt meistern, werden mit ihnen weitere Rechtschreibprinzipien erarbeitet.
Wir arbeiten an unserer Schule mit einigen Materialien des Lehrwerks TINTO (Cornelsen Verlag), welche sowohl einen jahrgangs- als auch fächerübergreifenden Unterricht erlauben und sehr übersichtlich sowie kindgerecht aufbereitet sind. Das Arbeitsheft ermöglicht es, mit allen Kindern gemeinsam bestimmte Rechtschreibphänomene zu besprechen. An Wörtern und Texten, welche sich bestenfalls auf das aktuelle Thema im Sachunterricht beziehen, werden rechtschriftliche Besonderheiten eingeführt, geübt und einem Spiralcurriculum entsprechend später immer wieder aufgegriffen und vertieft.
Das rechtschriftliche Schreiben wird ab Klasse 2 mit Hilfe von Lernwörtern, die einem verbindlichen Grundwortschatz entnommen sind, eingeübt und trainiert. Durch das Anwenden unterschiedlicher Strategien unterstützen sie das rechtschriftlich richtige Schreiben. Zusätzlich werden Arbeitstechniken wie Abschreiben, Nachschlagen, Kontrollieren und Korrigieren regelmäßig geübt.
Im Unterricht finden regelmäßig sogenannte Rechtschreibgespräche statt. In diesen Gesprächen denken die Kinder gemeinsam über die Schreibweise von komplexen Wörtern und später auch Sätzen nach (Wort des Tages, Satz der Woche). Unter Anwendung bereits erlernter Rechtschreibphänomene wird untersucht, warum man in der deutschen Rechtschreibung das betreffende Wort so und nicht anders schreiben muss.
6.3.3 Sprachförderung
Für alle Kinder unserer Schule ist die Beherrschung der Sprache Grundlage für ihren Schulerfolg, denn sie ist in allen Fächern das Medium des Lernens. Daher ist es unser vorrangiges Ziel, die Kinder zu bewusstem Sprachhandeln zu ermutigen und damit die Freude am Umgang mit Sprache zu wecken.
Die Kinder entwickeln ihre Fähigkeiten weiter, sich verständlich, sprachlich korrekt und adressaten- und situationsgerecht auszudrücken. Anderen zuzuhören, sich an Gesprächsregeln zu halten sowie Meinungsunterschiede und Konflikte konstruktiv zu lösen, nehmen bei der Entwicklung einer Gesprächskultur einen wichtigen Stellenwert ein. Beim Erzählen und im szenischen Spiel erwerben die Kinder wirksame Ausdrucksmittel und lernen, sie kreativ einzusetzen.
6.3.3.1 Sprechen und Zuhören
Das Sprechen und Zuhören wird bei uns im Unterricht durch das Erzählen zu Bildern (z.B. Bilderbücher, Wimmelbilder, Kamishibai) oder beim Erzählen im Morgenkreis umgesetzt. Die Kinder aller Klassenstufen erweitern ihre Gesprächskompetenzen in der Autorenrunde (nach Leßmann), im Klassenrat und im szenischen Spiel (wie z.B. Stabpuppenspiel, Schattentheater, Stehgreifspiel).
In den Klassenstufen 3 und 4 werden zunehmend Präsentationen (z.B. von Lernplakaten, Lapbooks oder Lieblingsbüchern) von den Kindern vorbereitet und vorgestellt, Fachtermini eingeführt und die Verwendung dieser gefestigt sowie Arbeits- und Lernprozesse reflektiert (Rückmeldungen zur Autorenrunde, Selbsteinschätzung Kindersprechtag). Die Grundlage für all diese Sprechanlässe bildet die Einhaltung erarbeiteter Gesprächsregeln.
6.3.3.2 Sprache und Sprachgebrauch
Im Lernbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ üben die Kinder das Nachdenken über Sprache und lernen zunehmend, die notwendigen Fachbegriffe, die beim Untersuchen von Sprache Verwendung finden, fachgerecht einzusetzen. Dadurch erlangen die Kinder Kompetenzen, die sie sowohl auf den Deutschunterricht in den weiterführenden Schulen als auch auf das Erlernen von Fremdsprachen vorbereiten.
6.3.4 Leistungsbewertung
Grundlagen der Leistungsbewertung
Grundlage unseres Leistungskonzeptes der St. Nikolaus Schule im Fach Deutsch bilden die im Lehrplan NRW für das Fach Deutsch formulierten Kompetenzerwartungen. Diese entwickeln sich in Auseinandersetzung der Kinder mit sprachlichen Situationen.
6.3.4.1 Gesamtnote
Die Gesamtnote im Fach Deutsch setzt sich aus den Bereichen Sprachgebrauch, Rechtschreiben und Lesen zusammen. Die Leistungen fließen wie folgt in die Gesamtnote ein:
Die individuellen Lernentwicklungen, Anstrengungen und Fortschritte eines jeden Kindes finden hierbei stets ihre Berücksichtigung. Verbindliche Absprachen zur Leistungsbewertung werden in den Jahrgangsstufen abgesprochen.
Kinder, die zieldifferent unterrichtet werden, werden nach den für sie geltenden Richtlinien beurteilt.
Im Folgenden werden die Grundlagen der Leistungsbewertung für die einzelnen Bereiche des Deutschunterrichts aufgeführt:
6.3.4.2 Bewertungskriterien für den Bereich Lesen:
Entsprechend der Kompetenzerwartungen im Lehrplan gibt es verschiedene Möglichkeiten der Leistungsüberprüfung:
• „Stolperwörter-Lesetest“ nach Wilfried Metze (mindestens einmal im Schuljahr)
• Lesetests zur Informations- und Sinnentnahme entsprechend der Bildungsstandards („Elfe“, mindestens einmal im Schulhalbjahr)
• Laufende Beobachtungen während des Unterrichts zu den Lesekompetenzen (Aufgabenverständnis, Sinnentnahme, Anwenden von Lesestrategien und Vorlesekompetenzen)
• Umgang mit Lektüren/Büchern
• Lesebegleithefte zu Ganzschriften
• Lesetagebücher
• Umgang mit Online-Recherchen im Internet
• Nutzung der Lesezeiten (3 x 20 Minuten pro Woche)
• Anstrengungsbereitschaft
6.3.4.3 Bewertungskriterien für den Bereich Rechtschreibung:
• Entsprechend der Kompetenzerwartungen im Lehrplan gibt es verschiedene
• Möglichkeiten der Leistungsüberprüfung:
• Rechtschreibleistungen bei Textproduktionen
• eigenständige Rechtschreibkontrolle (Text-Korrektur-Karte)
• Arbeit mit den Lernwörtern und Lernwörterdiktate
• Abschreibtexte
• gezielte Rechtschreibüberprüfungen zu erarbeiteten Rechtschreibphänomenen
• regelmäßige Diagnostik mit standardisierten Lernstandserhebungen (HSP –
• Hamburger Schreibprobe)
6.3.4.4 Bewertungskriterien für den Bereich Sprachgebrauch
Grundsätzlich werden die Leistungen im Sprachgebrauch gleichermaßen im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch bewertet.
Entsprechend der Kompetenzerwartungen im Lehrplan gibt es verschiedene Möglichkeiten der mündlichen Leistungsüberprüfung:
• Ausdrucksweise, Grammatik und Wortschatz im Rahmen von
• Mitarbeit im Unterricht
• Erzählungen und Kreisgesprächen
• Diskussionen
• Gedichten
• Referaten bzw. Präsentationen
• Video-/Audiobeiträgen
Möglichkeiten der schriftlichen Leistungsüberprüfung:
• Ausdrucksweise, Grammatik und Wortschatz im Rahmen von
• schriftlichen Alltagsleistungen wie
• Geschichten
• Themenheften
• Schreibproben
• Lernplakaten
• Lernzielkontrollen
6.4 Sachunterricht
6.4.1 Lernbereiche des Sachunterrichts
Die Kinder sollen im Sachunterricht dazu befähigt werden, Kompetenzen zu entwickeln, die ihnen helfen, sich in ihrer Lebensumwelt zurechtzufinden, diese zu begreifen, und verantwortungsbewusst damit umzugehen.
Der Sachunterricht leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Kindes. Ebenso werden wesentliche Grundlagen für das Lernen lernen entdeckt und entwickelt.
Ausgehend von der Wissbegierde der Kinder werden ihr Interesse und ihre Freude an den Inhalten aus den Bereichen:
• Natur und Leben,
• Technik und Arbeitswelt,
• Raum, Umwelt und Mobilität,
• Mensch und Gemeinschaft,
• Zeit und Kultur,
handelnd und entdeckend gefördert, indem die Kinder selbstständig sachunterrichtliche Phänomene erforschen, untersuchen und erkunden. Dabei geht es nicht um reine Wissensvermittlung, sondern vorrangig um eigenes und vor allem eigen- und selbstverantwortliches Handeln der Kinder sowie das Entwickeln eigener Fragehaltungen. Die Kinder beobachten Phänomene, sammeln Informationen und Materialien, planen und führen Experimente durch, erkunden und untersuchen, stellen ihre Ergebnisse aus oder vor, beteiligen sich an Festen und Feiern und haben aktiven Umgang mit Pflanzen, Tieren und anderen Menschen. Zudem lernen sie unterschiedliche methodische Zugänge kennen, die hilfreich dafür sind, ihr Wissen zu erweitern. Wichtig hierfür sind die Methoden des „offenen Unterrichts“. Jede dieser Methoden, ob Projektarbeit, Werkstattarbeit oder das Lernen an Stationen bietet, mit Hilfe unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen, den jeweiligen Inhalt sachlich aktiv zu erschließen und sprachlich zu durchdringen. Liegt der Fokus in den ersten beiden Schuljahren auf spielerischem Entdecken und Sammeln von Erfahrungen, steht in den Klassen 3 und 4 das systematische Erarbeiten umfassender Zusammenhänge der Lebenswirklichkeit im Vordergrund. Neben dem aktiven Durchdringen der Lerninhalte gehört auch die Anleitung zur Dokumentation ihrer Arbeitsergebnisse zu einem wichtigen Bestandteil des Sachunterrichts.
Eine Bereicherung unseres Sachunterrichts ist das Aufsuchen außerschulischer Lernorte und das Einladen von Experten in den Unterricht, was wiederum die Öffnung von Schule beinhaltet, ein fundamentales Ziel der Sankt Nikolaus Schule.
Der Sachunterricht wird an unserer Schule möglichst fächerübergreifend unterrichtet. Durch ihn als zentrales Thema des Unterrichts versprechen wir uns eine größere Motivation und damit verbundene bessere Lernbereitschaft der Kinder. Denn Sachunterricht spricht die Kinder im Grundschulalter in besonderem Maße an. Ein Thema wird von mehreren Seiten (Deutsch, Kunst, Musik, Sport, Mathematik) betrachtet, sodass sich die Kinder besser mit diesem identifizieren und ihre eigenen Interessen einbringen können.
6.4.2 Zooschule
Der außerschulische Lernort „Zoo“ bietet durch das forschend-entdeckende Lernen zahlreiche Möglichkeiten, um den naturwissenschaftlichen Unterricht der Schule zu ergänzen. Nach einer im Sachunterricht erfolgten Vorbereitung der jeweils gewählten Themen besuchen die Stufen 2 und 4 den Zoo, in dem sie ihr neu erworbenes Wissen vertiefen und handlungsorientiert umsetzen.
6.4.3 Verkehrserziehung
Die Verkehrserziehung ist ein fundamentaler Bestandteil der Sicherheitserziehung an unserer Schule. Den Kindern wird von Anfang an ein sicherheitsbewusstes, an Regeln orientiertes, rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr vermittelt. Die Kinder entwickeln in der Erkundung und Nutzung ihres direkten Umfeldes Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sich als Verkehrsteilnehmer*innen sicher, regelgerecht und umweltschonend zu bewegen. Im Zuge dessen informiert und berät die Verkehrspolizei bereits am Schnuppertag auch die Eltern.
Ebenfalls besucht die Verkehrspolizei einmal pro Schuljahr die Stufen 1/ 2 und unterstützt unsere Schule bezüglich oben genannter Thematik. Dies erfolgt sowohl theoretisch als praktisch, indem die Kinder das Umfeld der Schule erkunden und direkt auf Gefahrenzonen und richtiges Verhalten im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden.
Ziel unserer Schule ist, dass möglichst alle Kinder ein verkehrssicheres Fahrrad motorisch sicher beherrschen. Daher gibt es ab Klasse 2 regelmäßige Fahrradtrainings auf dem Schulhof. Zudem werden die eigenen Fahrräder von der Verkehrspolizei auf ihre Sicherheitsmerkmale hin überprüft. In der Stufe 3/4 stellt die Verkehrsschule Köln einen Parcours auf dem Schulhof zur Verfügung, durch den die Kinder das sichere Fahrradfahren unter Berücksichtigung der Verkehrszeichen einüben.
Als Abschluss absolvieren die Kinder im 4. Schuljahr die theoretische Fahrradprüfung der deutschen Verkehrswacht sowie den durch Eltern unterstützten praktischen Prüfungsteil im Straßenverkehr.
Auch das Schulprojekt „Raus aus dem toten Winkel“ ist fester Bestandteil in der Stufe 3/4, wobei mit Hilfe eines großen LKW diese Gefahrensituation zwecks Sensibilisierung für die Kinder nachgestellt wird.
6.4.4 Gesundheitserziehung
Die Thema Gesundheit ist in unserer Schule unverzichtbar. Der Sachunterricht vermittelt in der Gesundheitserziehung grundlegende Kenntnisse über Bewegung, Ernährung und Hygiene und unterstützt so die Gesundheitsförderung der Kinder.
6.5 Mathematik
6.5.1 Lehrplan Mathematik
Grundlegende mathematische Bildung zeigt sich in fachbezogenen Kompetenzen, den inhalts-bezogenen sowie den prozessbezogenen Kompetenzen.
Die prozessbezogenen Kompetenzen werden in der lebendigen Auseinandersetzung mit der Mathematik erworben. Hierzu gehört, dass Kinder zum Beispiel Denkaufgaben auf verschiedenen Wegen lösen, sich über ihr Vorgehen in Rechenkonferenzen austauschen und problemlösend handeln.
Die inhaltsbezogenen Kompetenzen orientieren sich an mathematischen Leitideen und Inhalten, die für den Mathematikunterricht in der Grundschule von fundamentaler Bedeutung sind. Dies sind die Zahlen und Operationsvorstellungen in den verschiedenen Zahlenräumen, sowie die Bereiche Raum und Form, Größen und Messen und Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten.
Unser Unterricht wird so gestaltet, dass die Kinder herausgefordert werden, all diese Kompetenzen nachhaltig und verknüpft zu erwerben.
6.5.2 Offene und herausfordernde Aufgabenstellungen/Individuelle Förderung
Wir unterrichten in allen Jahrgangsstufen mit dem Lehrwerk „Denken und Rechnen“ (Westermann-Verlag). Dies unterstützt uns, einen fundierten Mathematikunterricht, der die oben genannten Kompetenzen herausfordert, zu halten.
Als Ergänzung setzen wir „gute und offene Lernaufgaben“ ein, die in allen Klassenstufen eingesetzt werden können. Diese beinhalten herausfordernde Aufgaben, bei denen jedes Kind seinen individuellen Lernvoraussetzungen entsprechend gefordert wird. Ein Beispiel hierfür sind Denksportaufgaben, bei denen die Kinder Knobelsituationen aus dem Alltag lösen müssen (z. B. „Auf einer Wiese befinden sich Hühner und Kühe. Insgesamt sind es 12 Tiere. Zusammen haben die Tiere 32 Beine! Wie viele Hühner und wie viele Kühe stehen auf der Wiese?“).
Ein weiteres Beispiel sind die „Fermi-Aufgaben“ (z. B. „Wie viele Kühe bräuchte unsere Schule, um uns einen Monat mit Milch versorgen zu können?“). Bei diesen Aufgaben gibt es nicht eine einzige Lösung, sondern die Kreativität und das logische Denken der Kinder werden herausgefordert. Um die Aufgaben zu lösen, müssen sie Rechen- und Lösungswege planen, erproben, bewerten und auch verwerfen.
Das Lernen auf eigenen, individuellen Wegen wird durch das Lernen voneinander ergänzt. Erst der Austausch untereinander, das Begründen von eigenen Wegen und die Einblicke in die Wege der anderen ermöglichen es den Kindern, gesicherte Einblicke und einen selbstverständlichen Umgang mit mathematischen Inhalten zu entwickeln.
Es gibt viele Aufgabenformate, die wir zusätzlich als „produktive Übungsmittel“ in unseren Unterricht mit einbeziehen, da sie sehr individuell in allen Zahlenräumen einsetzbar sind. So werden die Kinder beispielsweise durch das Ausrechnen und Erforschen von Zahlenmauern oder das Lösen von Entdeckerpäckchen individuell gefördert und gefordert. Dabei bieten diese Formate in allen drei Anforderungsbereichen herausfordernde Aufgaben und regen die Kinder zu folgenden Tätigkeiten an:
• Anforderungsbereich 1 “Reproduzieren”
• Anforderungsbereich 2 “Zusammenhänge herstellen”
• Anforderungsbereich 3 “Verallgemeinern und Reflektieren”
6.5.3 Leistungsbewertung
Grundlage des Leistungskonzepts der Sankt-Nikolaus-Schule im Fach Mathematik bilden die prozessbezogenen Kompetenzen (Problemlösen, Modellieren, Argumentieren, Darstellen/Kommunizieren) sowie die inhaltsbezogenen Kompetenzen (Zahlen und Operationen, Raum und Form, Größen und Messen, Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten). Diese entwickeln sich in Auseinandersetzung der Kinder mit mathematischen Situationen.
Fachspezifische Beurteilungskriterien sind insbesondere:
• Verständnis von mathematischen Begriffen und Operationen
• Schnelligkeit im Abrufen von Kenntnissen
• Sicherheit im Ausführen von Fertigkeiten
• Richtigkeit bzw. Angemessenheit von Ergebnissen bzw. Teilergebnissen
• Flexibilität und Problemangemessenheit des Vorgehens
• Fähigkeit zur Nutzung vorhandenen Wissens und Könnens in ungewohnten Situationen
• Selbstständigkeit und Originalität der Vorgehensweisen
• Fähigkeit zum Anwenden von Mathematik bei lebensweltlichen Aufgabenstellungen
• Schlüssigkeit der Lösungswege und Überlegungen
• mündliche und schriftliche Darstellungsfähigkeit
• Ausdauer beim Bearbeiten mathematischer Fragestellungen
• Fähigkeit zur Kooperation bei der Lösung mathematischer Aufgaben
Wir unterscheiden zwei Beurteilungsbereiche: schriftliche Arbeiten (2 Klassenarbeiten pro Halbjahr, kurze schriftliche Tests zu individuellen Zeitpunkten) sowie sonstige Leistungen.
Festlegung für Klassenarbeiten (Klasse 2 – 4):
• pro Halbjahr mindestens 2 Klassenarbeiten
• einheitliche Klassenarbeiten innerhalb der Stufe (Parallelarbeiten)
• einheitliche Punkteverteilung / Richtwerte innerhalb der Stufe
• Orientierung am Schulbuch „Denken und Rechnen“ / Lehrplan
• Regelmäßige Kopfrechentests
Kinder, die zieldifferent unterrichtet werden, werden nach den für sie geltenden Richtlinien beurteilt.
Zum Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen im Unterricht“ zählen u. a.
• mündliche Beiträge (z. B. Beiträge in kooperativen und individuellen Arbeitsphasen oder im Plenum, Präsentationen, Referate, Mathekonferenzen, Lerngespräche, mediale Produkte)
• schriftliche Beiträge (z. B. aufgabenbezogene schriftliche Ausarbeitungen, kurze schriftliche Tests, Lernberichte, Pässe, Forscherhefte, Lernplakate, Lerntagebücher, mediale Produkte).
Bewertungsrichtwerte für Klassenarbeiten
• 100%: Note 1
• 95%: Note1 –
• 85%: Note 2-
• 70%: Note 3-
• 50%: Note 4-
6.6 Englisch
Seit dem Schuljahr 2023/2024 wird Englisch wieder ab dem dritten Schuljahr unterrichtet. Das Fach wird nun mit drei anstatt zwei Stunden pro Woche unterrichtet. Der Englischunterricht in Klasse 1 und 2 wird landesweit nicht mehr angeboten. Wir nutzen das „Sally“-Lehrwerk (Cornelsen-Verlag).
Der Beginn des Fremdsprachenlernens ist eine wichtige Aufgabe der Grundschule, denn gerade im Hinblick auf den interkulturellen Austausch innerhalb Europas und der ganzen Welt nimmt die Bedeutung der Mehrsprachigkeit in unserer Gesellschaft immer weiter zu. Ein grundlegendes Leitziel des Englischunterrichts ist die Entwicklung von Interesse und Freude am Sprachenlernen und an fremden Lebenswelten. Ein handlungsorientierter und vorwiegend spielerischer Zugang zur englischen Sprache soll die Kinder für ein lebenslanges Sprachenlernen motivieren.
Im dritten Schuljahr bringen die Kinder bereits ein großes Repertoire an Vorerfahrungen mit. Diese werden, mit Bezug auf ihre eigene Lebenswelt, aufgegriffen, um ihre interkulturelle und kommunikative Handlungsfähigkeit zu fördern. Es werden authentische, herausfordernde und bedeutsame Sprachhandlungssituationen geschaffen, die für die Kinder auf verschiedenen Sprachniveaus innerhalb verschiedener Anforderungsbereiche zu bewältigen sind.
Die Planung und Durchführung des Unterrichts zielen auf die Erweiterung der im neuen Lehrplan Englisch (2021) genannten Kompetenzbereiche ab:
• Funktionale kommunikative Kompetenz
• Verfügen über sprachliche Mittel
• Interkulturelle kommunikative Kompetenz
• Text – und Medienkompetenz
• Sprechlernkompetenz
• Sprachbewusstheit
Der Einsatz vielfältiger Rituale leistet einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der kommunikativen Kompetenz, da sie ein hohes Maß an sprachlicher Aktivität aller Kinder und die wiederholende Übung, Anwendung und Automatisierung elementarer Redemittel ermöglichen.
Die Erarbeitung des Wortschatzes erfolgt imitativ und reproduktiv durch das chorische Sprechen und das experimentelle Sprachhandeln durch die Nutzung von chunks (Satzbausteine). Die Kinder zeigen zudem zunehmendes Interesse an der englischen Schriftsprache. Beim Schreiben mithilfe von Vorlagen und beim Verknüpfen von Wörtern und Satzstrukturen zu eigenen Texten wird auf die korrekte Schreibweise geachtet. Eine systematische Einführung der Orthografie findet jedoch erst in der weiterführenden Schule statt.
Im Englischunterricht der Primarstufe findet außerdem eine implizite Grammatikvermittlung statt – den Kindern wird ein einfaches grammatikalisches Grundinventar an die Hand gegeben. In kommunikativen Situationen gilt aber: message before accuracy. Dabei gilt das Hauptinteresse dem Inhalt und erst zweitranging der sprachlichen Korrektheit. Fehler werden situationsangemessen aufgegriffen (corrective feedback) und als wichtiger Zwischenschritt im Fremdspracherwerb wahrgenommen und genutzt. Sie werden in Reflexionsgesprächen aufgegriffen und fördern die Sprachbewusstheit. Die Kinder dokumentieren und reflektieren ihre Lernfortschritte im Laufe des Schuljahres durch die Nutzung eines Portfolios.
Die Nutzung vielfältiger Medien spielt im Englischunterricht eine relevante Rolle. In Anlehnung an den Medienkompetenzrahmen werden Medien zielführend eingesetzt, um beispielsweise Selbstrecherche, das Nachschlagen von Begriffen und offene Arbeitsformate zu ermöglichen und den Erwerb verschiedener Lern– und Arbeitstechniken sowie wirkungsvolle Strategien des Sprachenlernens zu unterstützen.
Der Fokus des Fremdsprachenunterrichts liegt auf der Mündlichkeit und dem Spaß am Sprachenlernen. Darüber hinaus werden schriftliche Aufgabenformate zur Leistungsermittlung herangezogen, welche jedoch nicht benotet werden.
6.7 Sport
Die Sportlehrer*innen beschäftigen sich in der Fachkonferenz Sport intensiv mit den Inhaltsbereichen des Lehrplanes Sport sowie mit der qualitativen Umsetzung dieser Inhalte im Unterricht.
Die geplanten Unterrichtseinheiten werden in einem Jahresplan schriftlich fixiert und als Rollplan in einem vierwöchigen Rhythmus realisiert. Die zusätzlich erstellten, themenkonformen Aufbaupläne gewährleisten darüber hinaus den optimalen Gebrauch der hervorragenden Geräteausstattung der Turnhalle. Der gemeinsame Auf- und Abbau erleichtert die Nutzung besonderer Geräte, wie zum Beispiel der des großen Tischtrampolins.
Die großzügige Hallenausstattung der Schule ermöglicht darüber hinaus die Durchführung von Sportförderunterricht in kleinen Gruppen.
Die regelmäßige Teilnahme des Kollegiums an Fortbildungen sowie die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule bereichern konsequent den Sportunterricht durch neue Impulse. Dabei ist an unserer Schule der Sportunterricht im 45-Minuten-Rhythmus organisiert. Dies ermöglicht eine Hallennutzung durch alle Klassen und stellt sicher, dass die Lernarrangements von allen Klassen genutzt werden können.
Zu Beginn des Schuljahrs werden folgende zweiwöchigen Themenschwerpunkte in den Rollplan integriert:
Geräteturnen (Hängen und Stützen): An verschiedenen Turngeräten wie Barren, Trapez oder den Ringen lernen die Kinder den Umgang mit ihrem eigenen Körpergewicht kennen. Die Kinder erlangen ein besseres Körpergefühl, indem sie ihr eigenes Körpergewicht entweder stützen müssen oder mit den Armen beim Hängen halten müssen.
Basketball: In vielen Einführungsspielen mit Wettkampfcharakter lernen die Kinder zu passen, zu dribbeln und den Ball zielgerichtet zu werfen. Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem der Mannschaftsgedanke.
Ringen und Raufen: Die Körperbeherrschung und das Körpergefühl stehen im Mittelpunkt dieses Themenschwerpunkts. Die Kinder lernen ihren Körper geschickt gegen einen Gegner einzusetzen. Kleine und leichte Kinder erkennen ihre Vorteile genauso wie große, gewichtige Kinder. Zudem wird beim Ringen und Raufen das Selbstbewusstsein der Kinder geschult.
Rollbrett: Die Kinder erfahren ihren Körper in horizontaler Lage auf dem Brett liegend fort-zubewegen. Hierbei werden Antriebstechniken genauso geschult wie das richtige Bremsen und Lenken.
Tanzen: Dieser Themenschwerpunkt kann individuell ausgeführt werden. Von Ballett über Gruppentänze bis hin zum Breakdance und Karnevalstänzen – alle möglichen Tanzformen können hier integriert werden. Das Körpergefühl wird ebenso geschult wie der Gleichgewichtssinn und die Orientierung im Raum.
Balancieren: Speziell wird hierbei an verschiedenen Stationen der Gleichgewichtssinn geschult. Die Kinder dürfen selbst entscheiden, welche Hürden sie überqueren und welche Stationen sie lieber auslassen wollen. Zudem besteht die Möglichkeit, eigene Vorschläge zu den Stationen einzubringen und der Klasse zu präsentieren.
Trampolin: Orientierung im Raum, Sprungkraft, Gleichgewichtssinn, Körpergefühl und vor allem Spaß wird auf den Trampolinstationen vermittelt. Das richtige Springen wird genauso erlernt wie das Abfedern und die Durchführung verschiedener Sprünge. Am Riesentrampolin stehen die Kinder auch in der Verantwortung als „Helferkinder“ das springende Kind an den Seiten zu sichern.
Werfen und Springen: In verschiedenen Spielen mit Wettkampfcharakter erlernen die Kinder die Grundfertigkeiten des Werfens und Springens.
Sprint und Ausdauerlaufen: Hier erfahren die Kinder verschiedene Belastungszeiträume. Anders als beim Sprint, bei dem ein gelungener Start viel ausmachen kann, gilt es beim Ausdauerlaufen, seine Kräfte richtig einzuteilen.
Klettern: Hier werden den Kindern verschiedene Kletterstationen zur Verfügung gestellt, die sie zunächst nach Anweisung und später nach eigenen Vorstellungen bewältigen können. An der fest installierten Kletterwand in der Turnhalle dürfen sich die Kinder, gesichert mit Seilen und Karabinerhaken, wie echte Bergsteiger fühlen und die Halle erklimmen.
Rückschlagspiele: Die Kinder lernen verschiedene Schlaggeräte und Ballsorten kennen und sammeln erste Erfahrungen, um miteinander und gegeneinander zu spielen. Hierbei stehen die kleinen Spielformen im Mittelpunkt, bei denen es auf Regeleinhaltung und Spaß ankommt.
6.8 Kunst
Der Kunstunterricht an unserer Schule basiert auf den aktuellen Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW. Er fördert ästhetische Bildung, kreative Problemlösungen und die Reflexion über eigene sowie fremde Gestaltungsprozesse.
Für den Kunstunterricht steht ein umfassend ausgestatteter Werk- und Kunstraum zur Verfügung. Dort können die Kinder mit verschiedenen Werkzeugen, wie denen der Holzverarbeitung, arbeiten. Eine umfangreiche Sammlung an Materialien – von textilen Stoffen über Farben, Malwerkzeuge, Pappe bis hin zu Naturmaterialien – ermöglicht den Kindern, ästhetische Erfahrungen zu sammeln und ihre Wahrnehmung mit allen Sinnen zu schärfen.
Die Themen des Kunstunterrichts ergeben sich häufig aus den Themen des Deutsch- und Sachunterrichts. Diese Verknüpfung fördert ein vernetztes, fächerübergreifendes Lernen, bei dem sowohl gestalterische Prozesse als auch kulturelle und gesellschaftliche Themen aufgegriffen werden. Zudem werden bedeutende künstlerische Vorbilder thematisiert, die den Kindern neue Perspektiven auf Kunst eröffnen.
Kreativtage und -woche: Alle zwei Jahre findet eine Kreativwoche statt, in der die Kinder jahrgangsübergreifend an künstlerischen Projekten arbeiten. In dieser Woche werden vielfältige künstlerische Themen behandelt, wobei Alltagsgegenstände in Kunstobjekte umgestaltet und Werke nach künstlerischen Vorbildern wie z.B. Franz Marc geschaffen werden. Die Projektergebnisse werden in einer großen Ausstellung präsentiert.
Ein weiterer Höhepunkt ist der klassenübergreifende Kreativtag, bei dem die Kinder die Gestaltung der schulischen Räumlichkeiten übernehmen. Dabei können sie eigene Ideen zur Raumgestaltung entwickeln und umsetzen, wodurch die künstlerischen Ergebnisse in den Schulalltag integriert und erlebbar werden.
6.9 Musik
Das Ziel des Musikunterrichts ist es, die Freude und das Interesse der Kinder an Musik zu wecken und zu intensivieren. Im schulischen Alltag der Sankt Nikolaus Schule spielt das Singen eine wichtige Rolle, da die Kinder dabei nicht nur grundlegende musikalische Erfahrungen sammeln, sondern dadurch auch der Schultag strukturiert, das Gruppengefühl gestärkt sowie der Sprachschatz der Kinder erweitert wird. Neben der Freude am Singen und der Einführung eines vielseitigen gemeinsamen Liedguts ist es uns wichtig, die kindliche Stimme zu pflegen und die Kinder an einen schonenden Umgang mit ihrer Sing- und Sprechstimme heranzuführen.
Beim Umgang mit Stimme, Körperinstrumenten und dem gut sortierten Orff-Instrumentarium an unserer Schule können die Kinder vielfältige Erfahrungen über die Entstehung von Klängen, Eigenarten und Wirkung von Musik und ihre eigenen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten sammeln, reflektieren und erweitern. Das geschieht sowohl beim angeleiteten Spiel vorgegebener Rhythmen, Liedbegleitungen oder Spiel-mit-Sätzen als auch bei mehr oder weniger gelenkten Improvisations- und Gestaltungsaufgaben wie dem Verklanglichen von Texten, Bildern und Geschichten oder dem Erfinden oder Zusammenstellen eigener Rhythmen und Musikstücke.
Der Tagesablauf in den Klassen wird vielfach auch durch gemeinsames Singen strukturiert: indem der Schultag mit einem gemeinsamen Lied beginnt oder endet oder indem zwischendurch Bewegungspausen mit Musik stattfinden –alles, um Singfreude, Abwechslung und Gemeinschaftsgefühl zu wecken.
Die Sankt Nikolaus Schule pflegt den Kontakt mit außerschulischen Lernpartnerschaften. Unsere Klassen unternehmen Ausflüge zum WDR, den Lunchkonzerten in der Philharmonie oder den Erklär-Konzerten des Kölner Gürzenichorchesters. Der Eindruck von Konzertsälen, der Kinderoper, oder der Philharmonie und dem unmittelbaren Musikerleben hinterlässt bei den Kindern einen besonderen Eindruck. Außerdem wird die Schule in der Regel einmal im Schuljahr von professionellen Musikern besucht (WDR- Reihe „Dackl trifft…“, Junge Musikensembles mit der Ausrichtung auf Kind und Oper, Instrumentenvorstellungen der Musikschule).
Musik und Singen hat im Jahreslauf der Sankt Nikolaus Schule einen bedeutenden Stellenwert. So werden gemeinsame Feste und Aktionen immer durch gemeinsame Lieder begleitet, zu St. Martin, bei der Nikolausfeier, zu Karneval, bei Gottesdiensten und im Wochentreff.
6.10 Religion/ Ethische Grundlagen
Der Religionsunterricht wird an unserer Schule als wesentlicher Bestandteil einer allumfassenden Bildung und Erziehung betrachtet. Er trägt dazu bei, dass Kinder zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube befähigt werden.
In der Grundschule ist der christliche Jahreskreis von großer Bedeutung. Die Kinder sprechen im Unterricht über die verschiedenen Feiertage, die auch das Schulleben prägen (z. B. Sankt Martin, Sankt Nikolaus). Auseinandersetzung mit der Bibel, mit JeKindernChristus sowie mit Themen des menschlichen Miteinanders (Freundschaft, Versöhnung, Frieden u. ä.) stellen immer wieder neue Aufgabenschwerpunkte dar.
Dabei lernen die Kinder, religiöse Inhalte korrelativ, das heißt in Verbindung mit ihrem eigenen Leben, zu betrachten. Es stellt sich immer wieder die Frage: „Was hat das mit mir und meinem Leben zu tun?“.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Kennenlernen der verschiedenen Weltreligionen. Hier werden neben verschiedenen Ausdrucksformen, Gotteshäusern, Ritualen und Hintergründen auch die Gemeinsamkeiten thematisiert.
Gemäß den Regeln einer Gemeinschaftsgrundschule haben Eltern die Wahl, ihr Kind am katholischen oder evangelischen Religionsunterricht oder am Unterricht „Ethische Grundlagen“ teilnehmen zu lassen.
6.10.1 Schulgottesdienste
Etwa acht Mal im Jahr finden, in Kooperation mit den Gemeinden, Gottesdienste in unseren ortsansässigen Kirchen statt (evangelisch und katholisch), die auch teilweise ökumenisch gefeiert werden. An diesen Gottesdiensten nehmen in der Regel alle Kinder der dritten und vierten Schuljahre teil, die den Religionsunterricht gewählt haben. Ausnahme bilden hier der Nikolaus-Gottesdienst, die Entlassfeier der vierten Schuljahre und die Einschulungsfeier: Bei diesen Ereignissen sind alle Kinder eingeladen, jedoch nicht verpflichtet, teilzunehmen.
6.10.2 Grundannahmen des Religionsunterrichts
Dem Religionsunterricht liegt ein christlich-humanistisches Menschenbild zugrunde:
Christliche Begriffe:
• Vorstellung vom Menschen als Ebenbild Gottes bedingt Achtung der Würde des Menschen
• Gebot der Liebe: Selbst- und Nächstenliebe
• Bewahrung der Schöpfung
• Barmherzigkeit
• Gerechtigkeit und Recht
Gemäß dem Menschenbild der humanistischen Psychologie, kann jeder Mensch …
… sich die eigene innere und äußere Wirklichkeit bewusst machen
… Sinne, Gefühle und Gedanken zum Verständnis von sich selbst und der Umwelt nutzen
… Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür übernehmen
… Hindernisse, Ablenkungen und Beeinträchtigungen auf dem Weg zum Ziel als Realität anerkennen und
… nach Möglichkeiten suchen, diese zu überwinden.
Das bedeutet für uns:
• Respekt vor der Würde des Menschen, seiner Persönlichkeit, und seinem Leben
• Der Mensch ist gleichzeitig Individuum und Gemeinschaftswesen
• Der Mensch ist entwicklungsfähig (Wachstum ist möglich!)
• Der Mensch ist fähig, sich und seine Welt zu begreifen, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln
• Die Gestaltung von Beziehungen zu anderen Menschen ist eine grundsätzliche Lebensaufgabe
• Die Gestaltung von wachstumsfördernden Lebens- und Lernbedingungen ist eine grundsätzliche pädagogische Aufgabe
• Eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen ist notwendig (Einbezug der Lebensumstände, Erfahrungen, Bedürfnisse, Umweltfaktoren)
• Gewissens- und Meinungsfreiheit
• Gewaltfreiheit
• Toleranz
• Demokratie
6.10.3 Lernbereich Ethische Grundlagen
Der Unterricht „Ethische Grundlagen“ beinhaltet die Vermittlung von Wissen und die Diskussion über Werte, Religionen und Weltanschauungen sowie philosophische Fragestellungen, verpflichtet sich dabei aber zur neutralen und keiner spezifischen Glaubensrichtung gebundenen Darstellung. Zurzeit gilt dieses Fach noch nicht als „ordentliches Unterrichtsfach“, weshalb es keine Bewertung der Mitarbeit auf dem Zeugnis gibt. Dies könnte sich bald ändern, so dass das Fach „Ethische Grundlagen“ in Zukunft durch „Praktische Philosophie“ ersetzt werden könnte.










